
SCHALENSTEINE
Schalensteine, rätselhafte Botschafter aus einer fernen Zeit
Schalensteine, auch Cupstones, Näpfchensteine genannt, können 100.000 Jahre alt sein oder sogar älter und wurden schon von unseren Vorfahren den "Neandertalern“ verwendet, wie im Abri von La Ferrassie in Frankreich bei archäologischen Grabungen 1909 und 1933 von Denis Payrony und Louis Capitan festgestellt werden konnte.
Dort wurden mehrere Neandertaler Skelette gefunden, darunter das eines Kindes, welches mit einer Schalensteinplatte bedeckt wurde. Diese Funde wurden 41.000 Jahre alt datiert. Die Worte, welche die trauernden Eltern ihrem Kind mitgaben, lauten HAGHAL was so viel heißt wie "ZU GOTT“! (Haghal = göttlich, heilig)
Laut der australischen Archäologin Josephine Flood wurden die ältesten Schalensteine in Bhopal/Zentralindien gefunden. Dort befinden sich hunderte Schalensteine, teilweise sind diese mit prähistorischen Steinwerkzeugen überdeckt und sollen älter als 100.000 Jahre sein.

Schalensteine werden weltweit auf allen fünf Kontinenten gefunden.
Einen ausführlichen wissenschaftlichen Bericht dieser Funde von Prof. Robert Bednarik "Cupules-the oldest surviving rockart” können Sie unter Researchgate lesen. (siehe Menupunkt Literatur.Links)
Schalenstein von Quilmes/Provinz Salta/Argentinien
Durch die von unserem Team neu identifizierten unbekannten Schalensteine in dem Gebiet von Innsbruck bis zum Pfitscher Joch/Grenze Südtirol, sowie im Pitztal und Ötztal konnten die jungsteinzeitlichen Pfade von Nord nach Süd nachvollzogen werden. Diese dürften aus einer Zeit um 9.500 B.C (Referenzfunde im Fotschertal /Schäfer) bis in die frühe Bronzezeit ca. vor 3000 Jahren am Goldbühl/Igls (Tomedi/Castellan/Müller) stammen.
Die gefundenen Schalensteine wurden durch die Sprachwissenschaftliche Arbeit von Dr. Knauer, Prof. Barry Fell und Herbert Kirnbauer erstmals übersetzt. Diese Funde kann man in Alpine Wegweiser mit genauen Angaben über Abri, Höhlen, Wasser, Seen, unterscheiden. Manche weisen auf astronomische Funktionen, wie Darstellung der Sommer/Winter Sonnenwenden und Hinweise auf einen Sonnenkult, sowie Grablegungsplatten mit beeindruckenden Inschriften hin.
Die verschieden gestaffelten Höhenlagen der Fundstellen lassen darauf schließen, dass sich auf Grund des mehrmaligen Klimawandels (Pollenanalysen/Bortenschlager) die Menschen einmal höher bzw. tiefer gegangen sind, diese Pfade sind in einem Bandbereich von 600 HM bis 1600 HM und 2200 HM zu finden. (Karten Josef Höfer).
Die Hauptpfade von Nord nach Süd führten von Innsbruck entlang des Wipptales, sowie auch von Imst aus durch das Pitztal über den Piller Sattel weiter nach Fließ und Richtung Reschen und durch das Ötztal nach Süden, sowie des Zillertales in das Ahrntal und waren durch die Schalensteine gut markiert.
Eine generelle Unterschutzstellung durch das Bundesdenkmalamt, die in der Schweiz, in Kanada, Deutschland, Schweden und Dänemark bereits erfolgte, wäre für dieses Tiroler Kulturerbe aus der Steinzeit dringend erforderlich.

Nach dem bisherigen Wissenstand kann man feststellen, dass die Schalensteine folgendes sind:
Eine universelle Urschrift
Wegweiser
Warnsteine
Grablegungsplatten
Astronomische Beobachtungstellen
Kult und Anbetungssteine
Opfergefäße
Reibschalen für Rötel
Wie kamen die Schalen in die harten Steine?
Bei den von uns gefundenen Schalensteinen in Tirol haben wir verschiedene Bearbeitungs-Spuren gefunden. Es sind entweder kleinere gehackte Schalen oder sauber gebohrte größere Schalen, welche im Durchschnitt ca. 3-5 cm Durchmesser und eine Tiefe von ca. 3 cm aufweisen. Da alle Steine bereits sehr stark verwittert und dadurch abgesplittert sind kann man annehmen das die Originalbohrtiefe ca. 5 -6 cm war.
Es gibt mehrere Möglichkeiten wie man vorgegangen ist.
Unsere Erkenntnis: sie wurden mit Holunderholz angefertigt, dessen weicher Kern ausgehöhlt und durch nassen Quarzsand ersetzt wurde. Mit einem angebohrten Stein wurde das Holunder-Holzstück nun von oben beschwert, der Bogen bewegt und damit die Bogenschnur in eine Drehbewegung versetzt.
Unser erfolgreiche Bohrversuch zu sehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=-aKRzg49hOg

Lesen Sie dazu den detailierten Bericht in:
Die Schalensteine Tirols – steinerne Boten aus der Vergangenheit
die Hack- und Bohrtechnik ab Seite 164
Hier ein kleiner Auszug aus über 100 von uns gefundenen Schalensteinen in Tirol:
DER PLEJADEN-SCHALENSTEIN VON BURGSTEIN
Er ist einer der wohl schönsten Schalensteine in Tirol und liegt auf einem kleinen sehr markanten Plateau, einem Weiler von Längenfeld im Ötztal, der zurecht den Namen Burgstein trägt. Hier inmitten eines Feldes, am Rande eines einst prähistorischen Weges Richtung Süden, liegt dieser Schalenstein mit den immer noch bemerkenswert tiefen Schalen.


Dieser Schalenstein hatte eine Doppelfunktion, die öfters vorkommt, einmal von Norden kommend als Wegweiser nach Süden aber auch als Grabesinschrift bzw. Anbetung. (Im nahe angrenzenden Waldstück liegt ein umgefallener eingewachsenen Menhir wo das Grab einer Schamanin vermutet wird)

A K(A)V A QWA A WAGH! Im Grab darunter erwach!

LA GA AL HAGHAL A SOL! Da gehe heiligen Weg zur Sonne (Richtung heutiges Sölden, urspr. Sulden, Wortherleitung von Sonne)
DIE SCHALENSTEINPLATTE IN TARZENS/ELLBÖGEN
Bei dieser besonderen Gletscherplatte mit Blick nach Süden ins Wipptal konnten unserem Erachtens nach ersten archäologischen Untersuchung eines Schalensteines 82 Schalen freigelegt werden.
Denn unsere Nachforschungen zu den Schalensteinen des Wipptales wurden 2023 von einer wissenschaftlichen Grabung quasi "gekrönt". Nachdem Thomas Walli im Sommer 2022 den Stein "entdeckte" - damals war auf dem Stein noch eine touristischen Ruhebank montiert - gelang es, die Gemeinde Ellbögen von der Wichtigkeit einer
Freilegung des Steins und einer archäologischen Sondierung zu überzeugen.

Der Schalenstein könnte eine Art prähistorisches Observatorium gewesen sein. Diese Vermutung basiert auf der Tatsache, dass auf der Steinplatte zweimal das Sternbild
der Plejaden abgebildet ist. Was den Stein zu einem Kalenderstein macht ist der Umstand, welches das Erscheinen und das Versinken des Sternbilds mit Hilfe von "Peilinien" ermöglicht.

Zur Erklärung: das Sternbild der Plejaden kündigt mit dem Erscheinen am Himmel den bäuerlichen Frühlingsbeginn genauso an wie mit dem Untergang im Herbst das Ende der Ernte. Die eingetieften Richtungsschalen der Platte zeigen auf den ursprünglich ersten Aufgangspunkt der Pleaden im Frühling. Eine Software der Uni Heidelberg legt offen, dass die Plejaden am 7.9. 7000 v. Chr. um 19.15 Uhr genau im Südosten der Schalensteinplatte aufgingen. Das ist exakt die Richtung, welche die eingetieften Richtungsschalen am Stein andeuten. Mit anderen Worten: die Schalen könnten rund 9.500 Jahre alt sein.
Kalenderfunktion und Plejaden Auf/Untergang, Ausarbeitung Thomas Walli
Der Schalenstein von Tarzens liegt am Beginn des Aufstiegs in das Viggartal mit der größten Funddichte von Schalensteinen. Am Ende des Tales befindet sich der "b’schriebene Stein" (siehe Kultplätze), der mit seiner Höhe von knapp 10 m und einem Durchmesser von ca. 5 m als größter Monolith des Alpenraums gilt.
Die Botschaft der Schalensteinplatte
Für die Hauptübersetzung berücksichtigten Thomas Walli und Herbert Kirnbauer nur die besten und größten Schalen. Auffallend ist, dass wir es hier mit nur 6 "Buchstaben“ der Schalensteinschrift zu tun haben. Was darauf schließen lässt, dass diese Inschriften zu den ältesten gefundenen Schriften in Tirol gehören. Thomas Walli verortet deshalb diese Inschrift in den Zeitraum der ältesten Funde im Fotschertal/Ullafelsen zwischen 9500 B.C und ca. 7000 B.C.

Die Interpretation der wichtigsten Botschaften durch Herbert Kirnbauer unterstreicht die Bedeutung dieses Steins als Kalenderstein.
„Von den Plejaden kommt das Wasser auf die Erde.“
„Immer wieder entspringt dort das Wasser“
„Erscheinen alle (Sterne), erwachen die Plejaden zum Heil und Segen“.
„Von dort kommt alles Leben“

Diese Detailaufnahme zeigt das Symbol der Plejaden neben einem Quarzstreifen. Die Höhe dieser Quarzader zeigt anschaulich die unterschiedliche Erosion der verschiedenen Gesteinsarten über die Jahrtausende und lässt die ursprüngliche Tiefe der Schalen ermessen.
DER SCHALENSTEIN IM ROSENGARTEN BEI IGLS
Dieser Schalenstein ist Teil einer großen Ansammlung von Steinkreisen, Menhiren, Brandopferplätzen und Schalensteinen im Gebiet in und um Igls. Durch die Fülle an prähistorischen Zeugnissen und die Nähe zum Plejadenstein in Tarzens liegt es nahe dieses Gebiet als eines der Zentren der megalithischen Kultur in Tirol zu betrachten.

Lesen Sie dazu dedailierte Beschreibungen und Berichte über die Vielzahl an Funden in dieser Region in:
Die Schalensteine Tirols – steinerne Boten aus der Vergangenheit
Die Schalensteine rund um Innsbruck,
des Wipptales und nördlich des Inns.
Zum Schalenstein hin führt eine Reihe von Menhiren und in unmittelbarer Nähe befindet sich eine Brandopfergrube. Links neben dem Block konnte radiästhetisch auch eine Grabstelle gemutet werden, mit einer besonders starken positiven weiblichen Ausstrahlung.
Daher auch die Vermutung dass der Schalenstein als Grabstein gedacht war.

Die wunderschöne Botschaft in der Übersetzung von Herbert Kirnbauer
AW(A)GH A KAV A L(A)V " Erwache im Grab zum Leben!"
Zum Flurbegriff Rosengarten eine etymologische Ausführung von Herbert Kirnbauer:
Auf solchen ausgesetzten Stätten wurden einst nicht nur heilige Kulthandlungen zelebriert, sondern auch Bestattungsrituale und heftige Gerichtsurteile vollzogen. So bezeichnet der keltische Begriff "Rosean" nicht nur ein heiliges Grün-und Weideland sondern auch Totenkult- und Gerichtsplätze.
Das keltische "Rautos" (= "rot"), das alles mit "rot" Verbundene in sich birgt, spielt aber besonders bei Gericht und im Totenkult eine große Rolle. Das etruskische "Ras" wiederum bezeichnet damit Steine und Felsen, die für Kult-und
Bestattungszwecke verwendet wurden. Ableitungen, wie "Ros" und "Rosen", lassen immer auch auf Totenkulte schließen. So hieß das Rosental in Kärnten noch im 9. Jahrhundert "Rastal". Die heilige Rosalia wurde gerne als Schutzheilige in der Sterbestunde angerufen.
"Ros"-Fluren waren aber nicht nur Toten-und Gerichtsstätten, sondern auch Spiel-und Festplätze. Sie waren von Steinkreisen, Hecken, Ketten oder auch von Bändern und sogar von "roten Seidenfäden" umhegt. Rote Seidenfäden hatten eine tiefgreifende Rechtsfunktion. Ja, auch König Laurins Rosengarten soll in alten Zeiten durch "Seidenfäden" abgegrenzt und somit auch geheiligt worden sein. Sein Rosengarten wurde dadurch zum heiligen Bereich, in dem sich das Leben (= das Morgenrot) und das Totenreich (= das Abendrot) trafen.
Die Rose kam erst um 800 n. Chr. als kostbare Klosterblume aus dem Orient zu uns nach Europa! Auf "Rose" lautende Flurnamen sind somit weit älter als 1000 Jahre; in erster Linie wurden Grabfelder damit in Verbindung gebracht.