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SCHALENSTEINSCHRIFT,
PRÄHISTORISCHE PIKTOGRAMME

Von HERBERT KIRNBAUER

Die Schalenstein-Schrift als Vermächtnis der Steinzeit

Nichts ehrt die geistige Kreativität des Homo sapiens mehr, als der Nobelpreis aus den Händen der wissenschaftlichen High Society. Wenn wir nun diese besondere Huldigung einige Jahrtausende in die Vergangenheit transferieren, dann dürfen, müssen wir unseren steinzeitlichen Vorfahren, den Neandertalern (!),  anerkennend auf ihre breiten Schultern klopfen, denn sie sind die uneingeschränkten Urväter einer "Urschrift", der "Schalenstein-Schrift", deren Spuren noch heute den halben Erdball beglücken. 


Mit ihren rudimentären Schriftzeichen auf Grabanlagen "besänftigten" sie einst nicht nur ihre Verstorbenen, sondern sie brachten sogar den Himmel über ihren Köpfen zum "Sprechen". Und auch den Wanderwilligen auf megalithischen Pfaden dienten ihre Schalen-Kombinationen auf steinernen Artefakten als unverzichtbare "beschriftete" Wegweiser.

Auf der ständigen Suche nach erhellenden Erkenntnissen und richtungsweisenden Einsichten bezüglich des ersten "Hahnenschreis“ der europäischen Urschrift, der Schalen-Schrift, müssen wir uns im Abri von La Ferrassier im "Tal der tausend Wunder“ (im Verwaltungsbezirk Dordogne/Frankreich) zu einem Kindergrab setzen, das vor mindestens 50 000 beglaubigten Jahren (ernst zu nehmende Untersuchungen billigen der Begräbnisstätte sogar ein Alter von 100 000 (!) Jahren zu) - von trauernden Neandertaler-Eltern beweint wurde. Ein mit 18 Schalen "beschrifteter“ Seelenheil-Grabstein führt uns den Schmerz von Vater und Mutter anschaulich vor Augen.

"Aus allen Umständen muss geschlossen werden, dass die Schalenstein-Schrift in ihren ersten Anfängen von Menschen ausging, die während der letzten Eiszeit in dem von Eis frei gebliebenen Teil Südfrankreichs in den dortigen Höhlen und Abris wohnten. Von da verbreitete sich die "Urschrift“ für uns heute noch ersichtlich zunächst nach Osten in Richtung auf die französischen Alpen zu und gleichzeitig wohl auch nach Nordosten, dem weichenden Eis folgend“, vermittelt uns Dr. D. Knauer, ein äußerst akribisch recherchierender Schalenstein-Guru der ersten Stunde.

Das "Schalenschrift-Alphabet" - Die 7 Laute und deren Schalenkombinationen der "Ersten Stunde“

"Schalenstein-Alphabet"

Die weitere Verbreitung der "Urschrift“ erfolgte letztlich über Mitteleuropa bis nach Norddeutschland. 

 

Und von den Gefilden der dänischen Inseln erreichten sie dann Südnorwegen und Südschweden.

Nach einem folgenschweren Exodus (eine durch klimatische Katastrophen erzwungene Auswanderung, die sogar von dem großen Pharao Ramses III. auf seinem Totentempel in Medinet Habu / Ägypten bezeugt wird) begaben sich die nun "Seevölker“ genannten Nordmeerleute um 1200 v. Chr. sowohl auf dem Landweg als auch auf dem Seeweg nach Süden in die Mittelmeerwelt bis nach Ägypten und zu den Tuaregs in Nordafrika. In ihrem "Marschgepäck“ führten sie natürlich auch ihre "Schalen-Schrift“ mit und beglückten damit die noch schriftlosen berberischen Nomadenvölker. Blonde, blauäugige Tuaregs mit auffallend heller Haut erinnern uns noch an die einstige Begegnung mit den Nordmeerleuten.

​Als Nachwehen dieser kulturellen Verbrüderung "zieren“ dreisprachige Straßenschilder mit "Überbleibseln“ der nordischen Schalen-Schrift die hier aber "Tifinagh-Schriftzeichen“ genannt werden - die Straßenzüge in Algerien. Natürlich wurden diese "Überbleibsel“  im Laufe der Zeit verfeinert und durch lokale Spezifikationen erweitert. Was aber unter "Tifinagh“ zu verstehen ist, bleibt ein Geheimnis! Und jetzt greift wie ein erhellender Blitzstrahl der amerikanische Professor für Ozeanologie, Barry Fell, ins Geschehen ein. Er erkennt in Felsbildern im marokkanischen Rifgebirge ganz deutlich die Umrisse von nordischen Schiffen. Sie gleichen den Wikingerschiffen aufs Haar und er kann auch Schalenschrift- Symbole und deren Bedeutung auf alten Waffen und diversen Schmuckgegenständen mit kurzen Inschriften, Segenswünschen, Anrufungen und Kurzinformationen auf nordisch geprägte Gene hin diagnostizieren.

Der größte Schalenstein Tirols,  die Bimmerroan Gletscherschliff Platte in Fließ  als Wegweiser zum Kultplatz Pillersattel

Bimmeroanplatte Fließ

Gesamtüberblick Foto mit dem Dorfchronisten von Fließ Josef Marth

und Werner Kräutler

Bimmeroanplatte Schalenstein Fließ/Tirol

AL W(A)L A LAGH A H(A)L GH(A) = Auf den Hügel beim See zum Heiligtum gehen.

 

II

AV H(A)L K(A)L GH(A) A LAVA A AWAGH = Dort heiliger Weg geht zum Leben (= Wiedergeburt), da erwach!

Übersetzung Herbert Kirnbauer

Somit war der Gordische Knoten gelöst. Barry Fell brauchte nur noch gebräuchliche "Wurzelwörter“ in der libysch-numidischen Tifinagh-Schrift und deren Sinngebung mit den wenigen Schalensetz-Kombinationen auf den schwedischen Schalensteinen vergleichen und konnte "Heureka!“ ("Ich hab´s gefunden!“) rufen, denn die "Symbolsprache“ - da wie dort - und deren "Inhalte“ ähnelten sich wie eineiige Zwillinge.

Die ersten 7 Schriftzeichen wurden einst schon im Paläolithikum, also der Altsteinzeit, nachweislich von den Neandertalern (!) konzipiert. Ihre Herangehensweise bezüglich der einfach gesetzten Schalenkombinationen lässt sich gut mit dem Ideengut unserer Blindenschrift vergleichen: Eine gefühlte kleine Erhebung entspricht zum Beispiel einem "E“, während zwei nebeneinander gesetzte Erhebungen ("Kuppen“) ein "I“ bedeuten.

Das ganze Alphabet der Blindenschrift ist somit nur auf erhöhten Punkten in Kombination mit ebenfalls erhöhten Strichen aufgebaut. Somit lässt sich ein verwandtschaftliches Verhältnis zwischen der Schalen-Schrift und der Blindenschrift feststellen. Denn eine Schale im Fels (Stein) entspricht halt einem "A“ und zwei Schalen nebeneinander ergeben ein "L“.

Die Schalen-Schrift in ihrer Urform verwendet aufgrund ihrer eingeschränkten Schalenfigurationsmöglichkeiten (1 Schale allein, 2 Schalen nebeneinander, 2 Schalen übereinander, 3 Schalen nebeneinander oder auch in einem bestimmten Winkel zueinander und letztlich 4 Schalen neben- u. übereinander) nur 7 Laute mit der sie agieren kann. Erst im Laufe der Kupferzeit und der sich anschließenden Bronzezeit kamen nach und nach noch 7 bzw. 8 Schriftzeichen dazu und ermöglichten somit eine wesentliche Erweiterung des schreibbaren Sprachschatzes.

Für ein tieferes Verständnis der Schalensteinschrift empfiehlt sich das Buch von Herbert Kirnbauer

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Herbert Kirnbauer
"STEINZEIT- CODE"

Die Schalenstein-Schrift

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